Vorstellungsgespräch vorbereiten: Worauf sollte ich achten?

Für viele ist der Bewerbungsprozess eine langwierige Angelegenheit. Natürlich ist es nicht für jeden gleich schwierig, den einen oder anderen fällt es leichter, eine Stelle zu finden. Doch es wurde sicherlich viel gemacht während der Vorstellungsphase.

Die Auffrischung des Lebenslaufs oder das Motivationsschreiben müssen erneuert oder komplett neu verfasst werden, und auch das Kernstück jeder Bewerbung, das Bewerbungsschreiben, muss verfasst werden. Auch ist es wichtig, Recherchen im Internet über die jeweiligen Firmen zu tätigen. Schliesslich wird dem Unternehmen die Bewerbung per E-Mail als PDF-Anhang verschickt. Auch noch im 2022 kann die Bewerbung auf nostalgischem Weg per Briefpost verschickt werden, ausser es wird ausdrücklich eine Online-Bewerbung verlangt. Jedoch kann das Verschicken von Bewerbungen in einer hübschen Mappe mit einem tollen Layout ein Pluspunkt sein, der für den Bewerber spricht. Man muss sich aber im Klaren sein, dass in der heutigen Zeit kaum mehr jemand eine Bewerbung in dieser Form haben möchten. Denn in grösseren Unternehmen wird mit speziellen Recruiting-Tools gearbeitet, in die die Bewerbungsunterlagen eingespiesen werden.

Viele schriftliche Bewerbungen werden daher nicht mehr retourniert und teilweise auch nicht beachtet. Das ist natürlich schade, denn der Bewerber oder die Bewerberin hat viel Zeit, Mühe und Geld investiert. Daher ist unser Rat, diese Mühe nur noch auf sich zu nehmen, wenn es sich um eine vielversprechende Stelle handelt und es sich lohnt. Andernfalls ist es besser, sich nur noch via E-Mail auf offene Stellen zu bewerben. Das spart Zeit und Geld.

Welche Kleidung für das Vorstellungsgespräch auswählen?

Für ein Bewerbungsgespräch sollte man stets angemessene Kleidung tragen. Denn der erste Eindruck zählt und vermittelt dem Personalverantwortlichen, ob die Person, die vor ihm steht, das Vorstellungsgespräch auch tatsächlich ernst nimmt, interessiert ist und das Unternehmen repräsentieren könnte.

Nicht für alle Branchen sind Pullover, T-Shirt und Jeans angebracht. Wer im Finanzsektor tätig ist, muss einen Dresscode befolgen. In diesem Bereich sind Anzüge und Krawatten bzw. ein dezentes Kleid Pflicht. Es ist daher ratsam, sich vor dem Vorstellungsgespräch darüber zu informieren, was für eine Firmenphilosophie das Unternehmen hat.

Ein Blick auf die Firmenwebseite kann lohnend sein. Wie sind die Mitarbeitenden gekleidet. Was für ein Dresscode wird erwartet? Fehlen diese Informationen, dann heisst die Devise: lieber neutral und formell gekleidet, das heisst Hemd oder Bluse und eine passende, dezente Hose.

Die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Ist der Bewerbungsprozess erledigt, folgt der nächste Schritt, das Vorstellungsgespräch. Doch worauf sollte ich achten? Welche Fragen werden gestellt? Was wollen die alles von mir wissen? Mit Hilfe unserer Tipps bist du gut gewappnet auf das, was noch bevorsteht.

Pünktlichkeit beim Vorstellungsgespräch

Das erste Gespräch am Telefon ist geschafft und der fixe Termin für das Vorstellungsgespräch steht. Plane sorgfältig den Weg dorthin, denn wer unpünktlich beim Vorstellungsgespräch erscheint, hat bereits verloren. Es ist daher äussert wichtig, nicht zu spät zu einem Vorstellungsgespräch zu erscheinen. Am besten ist es, 5 bis 15 Minuten vor dem vereinbarten Termin vor Ort zu sein. Fährst du mit dem eigenen Fahrzeug, schau dir die Route genau an. Fahr lieber früher los als geplant. Kläre über Google Maps ab, wo es Parkplätze gibt. Informiere dich über eventuelle Hindernisse wie Umleitungen oder Staus, die bevorstehen könnten.

Ist man mit dem öffentlichen Verkehr unterwegs, ist auch hier die Planung das A und O. Suche rechtzeitig die Verbindung heraus. Auch der Fussweg sollte mit eingerechnet werden. Denn jede Minute kann entscheidend sein über Erfolg oder Misserfolg. Es ist immer besser, zu früh dort zu sein. In der Wartezeit kannst du einerseits nochmals durchatmen, du wirst entspannter und hast Zeit, die möglichen Fragen nochmals durchzugehen und dir noch einmal Gedanken zu machen über das Vorstellungsgespräch. Hilfreich kann auch sein, nochmals den eigenen Lebenslauf anzuschauen, denn es ist wahrscheinlich, dass dazu Fragen gestellt werden.

Den Namen des Gesprächspartners zu vergessen ist ein No-Go.

Der Worst Case tritt ein. Du hast den Namen des Gesprächspartners vergessen! «Wie war nochmals der Name? Irgendwas mit einem M war’s doch, oder doch nicht?» Das allerschlimmste was einem an einem Vorstellungsgespräch passieren kann, ist eingetroffen, der Name des Ansprechpartners wurde vergessen…! Wie peinlich ist das denn?

Damit das nicht passieren kann, gibt es einen einfachen Tipp. Schau während der Wartezeit nochmals die Einladung an, die du in Papierform oder als E-Mail erhalten hast. Schau diese nochmals durch und frische den Namen des Gesprächspartners auf. Das Gespräch kann jetzt starten und alles sollte wie am Schnürchen ablaufen, wenn du alle Tipps berücksichtigst und dir zu Herzen genommen hast.

Standardisierte Antworten zu lernen ist keine gute Idee

Bewerber und Personalverantwortliche sind nun im Sitzungsraum und das Vorstellungsgespräch kann beginnen. So weit so gut. Die erste Frage wurde gestellt und du hast dich zu sehr auf standardisierte Antworten vorbereitet; und nun wurde ausgerechnet die eine Frage gestellt, auf die du keine passende Antwort geben kannst.

Lerne nicht vor dem Spiegel Standardantworten. Es ist davon abzuraten, dies zu tun, bleibe lieber bei dir selbst. Denn ein Vorstellungsgespräch hat nichts mit Schauspielerei und schon gar nichts mit einem Theater zu tun. Sei dir bewusst, dass der Personalverantwortliche schon viele Bewerber vor sich hatte, die Fliessbandantworten mitsamt den Floskeln kennt und sie nicht mehr hören mag. Bleibe also dich selbst, sei echt und locker.

Klar, sich vor dem Spiegel standardisierte Fragen zu stellen und diese zu beantworten ist nicht verkehrt. So erhältst du Übung darin, wie ein solches Vorstellunggespräch ablaufen könnte. Du solltest dies aber nicht vor echten Gesprächen tun. Wie erwähnt ist es besser, authentisch zu bleiben. Informiere dich als Vorbereitung über das Unternehmen: was tun sie, welche Produkte oder Dienstleistungen bietet die Firma an? Welche Firmenphilosophie verfolgen sie? Wie/wo siehst du dich in diesem Unternehmen? Bereite dich auf diese Weise so gut wie möglich auf das Vorstellungsgespräch vor.

Welche Fragen können beim Vorstellungsgespräch gestellt werden?

Welche möglichen Fragen können beim Vorstellungsgespräch auf dich zukommen? Wie wir alle ist die Person, die vor dir sitzen wird, auch nur ein Mensch. Es gibt keinen Grund, in Panik zu geraten und vor den Fragen Angst zu haben. Doch welche Fragen können mit überhaupt gestellt werden?

Mit der folgenden Auflistung möglicher Themen und Fragen, ist man besser vorbereitet, und es können dazu aussagekräftige und elegante, passende Antwort zurechtgelegt werden:

  • Erzähle etwas über dich
  • Weshalb hast du dich auf diese Stelle beworben?
  • Aus welchem Grund hast du die aktuelle Arbeitsstelle verlassen / gekündigt?
  • Was hast du für eine Ausbildung und wie ist der berufliche Werdegang?
  • Was weisst du über das Unternehmen?
  • Warum denkst du, dass gerade du für diese Besetzung die richtige Person bist?
  • Was erwartest du von diesem Job?
  • Was sind deine Pläne punkto Gestaltung deiner Karrierelaufbahn?
  • Was sind deine Stärken und Schwächen? (Siehe SWOT-Analyse)
  • Was sind deine grössten Erfolge und Misserfolge?
  • Wo siehst du dich in 5 Jahren?
  • Was für Hobbys hast du?
  • Was möchtest du gerne verdienen?
Welche Fragen kann ich beim Vorstellungsgespräch stellen?

Überlege dir, welche Fragen du selbst an den Personalverantwortlichen und an das Unternehmen hast. So erhältst du auch ein klares Bild über den neuen Job und über den Arbeitgeber.

Die nachfolgende Auflistung zeigt auf, welche Fragen an den Arbeitgeber bzw. die personalverantwortliche Person gestellt werden können.

  • Wie sind die Arbeitszeiten?
  • Welche konkreten Tätigkeiten erwarten mich?
  • Wie ist mein zukünftiges Team und wer ist die direkt vorgesetzte Person?
  • Wie steht es um die Weiterbildungsmöglichkeiten?

Falls es passt, frage den Personalverantwortlichen, ob es möglich wäre, einen Rundgang durch den künftigen Arbeitsort zu machen, damit du selbst einen ersten Einblick erhalten kannst. Das zeugt von deinem Interesse und kann durchaus Pluspunkte mit sich bringen.

Während des Gesprächs ins Wort zu fallen ist ein No-Go

Dem Personalverantwortlichen ins Wort zu fallen, ist bei einem Vorstellungsgespräch tunlichst zu vermeiden. Es zeugt von Schwäche und Ungeduld und gibt dem Gegenüber dem Eindruck, einen «Besserwisser» vor sich zu haben. Lasse die Person, die dich interviewt, immer zu Ende sprechen und höre aufmerksam zu.

Notizen machen kann hilfreich sein

Es mag «Oldschool» klingen, doch es kann ein Vorteil sein, einen Notizblock aus Papier und einen Stift zum Gespräch mitzunehmen. Du kannst dir Notizen bezüglich der Fragen machen, die bereits gestellt wurden. Es kann auch nicht schaden, Fragen bezüglich deines Lebenslaufs, Werdegangs und andere mögliche Fragestellungen bereits vorher zu notieren, damit man stets den Überblick hat und den Faden während des Gesprächs nicht verliert und wortlos dasitzt.

Lohnfrage. Wie hoch soll der Verdienst sein?

In einem Vorstellungsgespräch wird das Thema «Lohnfrage» stets durch den Personalverantwortliche selbst gestellt. Sie kann beim ersten oder beim zweiten Gespräch angesprochen werden. Es obliegt nicht dir, dies zu fragen.

Kommt der Lohn zur Sprache, nenne einen Durchschnittwerts für deine Position (Jahreslohn).

Die nächste Frage, die prompt folgen wird, ist die Begründung, weshalb der Arbeitgeber gerade dir so viel Lohn zahlen soll? Dies kann beispielsweise dadurch begründet werden, dass du die richtigen Qualifikationen mitbringst. Zeige dich auch verhandlungsbereit.

Sich im Vorfeld bereits schlau machen

Informiere dich, welches Gehaltsniveau in deiner Branche üblich ist.
Was ist ein realistischer Lohn, der verlangt werden kann.
Berücksichtige dabei auch, wie gross das Unternehmen ist. Ist der Betrieb ein KMU oder ein Konzern?

Also: Sei selbstbewusst, freundlich und authentisch bei den Fragen. Mit diesen Tipps ist man nun besser auf das Vorstellungsgespräch vorbereitet. Viel Glück und Erfolg

wünscht Raphael

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