Schichtarbeit: Worauf es in einem Schichtbetrieb ankommt

Viele Arbeitnehmer sind in Betrieben beschäftigt, in denen es Schichtarbeit gibt. Es gibt diverse Arten von Schichtbetrieben. Die klassische und bekannteste Art ist die Nachtschicht. Doch warum wurde diese eingeführt?

Die Einführung von Schichtarbeit hat einen essenziellen, finanziellen Hintergrund. Das Ziel des Arbeitgebers ist, die Eigenkosten so tief wie möglich und die Kostenfaktoren niedrig zu halten. Im Gegensatz sollen sich finanzielle Vorteile daraus ergeben. Die Produktion soll optimiert und termingerechte Lieferungen zu den Kunden durchgeführt werden. So erhöhen sich die Rendite des Unternehmens. Nicht nur für Arbeitgeber hat es Vorteile, sondern auch für die Arbeitnehmer lohnt es sich, in einem solchen Betrieb tätig zu sein. Denn mit jeder geleisteten Nachtschicht erhält der Büezer selbstverständlich einen Zusatz Batzen, und das ist für die Arbeitnehmer genau so erfreulich mehr im Portemonnaie haben.

Ein Stillstand wären für solche Betriebe mit Mehrkosten verbunden. Jede Minute, in der nichts geht, ist ein unnötiger Kostenpunkt und verursacht den Schicht-Unternehmen finanzielle Einbussen.

Was für Schichtmodelle gibt es?

Bei der Schichtarbeit gibt es verschiedene Arten, die als Schichtmodelle bezeichnet werden. Das bekannteste ist das oft eingesetzte Schichtmodell 24/7 Tage. Natürlich gibt es noch andere Arten von Modellen, die wir jetzt mal genauer unter die Lupe nehmen.

Schichtmodell: 24 Stunden à 7 Tage die Woche

Dieses Schichtmodell wird auch als «Vollkontinuierliches Schichtmodell» bezeichnet. Es sind Betriebe, die eine unaufhörliche Produktionskette betreiben und sich keine Unterbrüche leisten können. Dabei wird der 24-Stunden Tag in 3 Schichten unterteilt: Früh-, Spät- und Nachtschicht.

Schichtmodell: 24 Stunden à 5 Tage die Woche

Dabei wird als «Teilkontinuierliches Schichtmodell» ebenfalls 24 Stunden gearbeitet. Der Unterschied zum vorherigen Modell ist, an den Wochenenden wird nicht gearbeitet. Der Betrieb ist also kein 24/7 Tage Schichtbetrieb, der stets am Laufen sein muss. Die Arbeitnehmer haben ein freies Wochenende. Auch hier werden die 24 Stunden in Früh-, Spät- und Nachtschicht eingeteilt.

Zweischichtmodell: Arbeiten in Schichten ohne Nachtarbeit

Wie der Name bereits sagt, besteht ein Schichtmodell, das auf Zweischicht läuft, aus zwei Schichten, die aus «Teilkontinuierliches Schichtmodell ohne Nachtarbeit» bezeichnet wird. Weshalb keine Nachtarbeit angeboten wird, ist im Prinzip schnell erklärt:

Die Begründung liegt in den gesetzlichen Arbeitsbestimmungen mit Höchstarbeitszeiten, es muss auf die Arbeitnehmer Rücksicht genommen werden. Bei solchen Schichtmodellen mit nur zwei Schichten kann nicht Tag und Nacht gearbeitet werden. So fällt also die Nachtschicht bei diesem Modell komplett weg.

Möchte das Unternehmen einen 24 Stunden Schicht einführen, wäre dies dann ein «Vollkontinuierliches Schichtmodell» mit Vier- oder Fünfschichtbetrieb, da die gesetzlichen Höchstarbeitszeiten pro Woche nicht überschritten werden dürfen. Die Arbeitgeber müssen die Arbeitnehmer so einplanen, dass auch die vorgeschriebenen Ruhezeiten eingehalten werden können. Der Arbeitnehmer kann nicht die Nachtschicht und die Spätschicht des darauffolgenden Tages übernehmen, denn so können die Ruhezeiten definitiv nicht eingehalten werden.







Vor- und Nachteile im Schichtdienst

Bei der Schichtarbeit gibt es nicht nur den Aspekt von mehr Einkommen. Da sind die verschiedenen Arbeitszeiten wie etwa die Frühschicht und Spätschicht, die es dem Arbeitnehmer ermöglichen, zu einigermassen normalen Tageszeiten einzustempeln und auch ein relativ normales soziales Leben führen zu können.  Der Wechsel dieser Schichten ist für die Gesundheit akzeptabel und kann vom Arbeitnehmer gut bewältigt werden. In diesem Modell zu arbeiten bietet mehr Freiheit und eine aktive Teilnahme am sozialen Leben.

Hingegen sieht es bei der Nachtschicht schon etwas anders aus. Der Nachtschichtarbeiter macht seinen Tag zur Nacht, das heisst, er gibt seinem Körper die Ruhephase am Tag. Das kann negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Der Schlaf-Wach-Rhythmus verschiebt sich nur langsam. Dazu kommt, dass Freizeit- und Familienleben massiv eingeschränkt werden.

Nun stellt sich die Frage: Schadet der Schichtdienst der Gesundheit?

Menschen, die im Schichtdienst arbeiten, sind eher von Depressionen und Schlafstörungen betroffen, und neigen tendenziell mehr dazu, an Herz-Kreislauf-Störungen zu erkranken. Beim Grossteil der Betroffenen ist die Schlafstörung weit verbreitet, da der natürliche Schlafrhythmus gestört wird.  

Natürlich muss es nicht zwangsläufig immer zu Erkrankungen, Depressionen oder zu Schlafstörungen führen. Jeder Mensch reagiert anders auf die Standard Belastung, die ein solcher Schichtbetrieb mit sich bringt. Doch unzählige Tests, Untersuchungen und Forschungen haben gezeigt, es ist nicht gut für den Körper. Der Mensch ist und bleibt ein tagaktives Wesen. Wenn die ersten Sonnenstrahlen erscheinen, fährt auch unser Körper das System hoch. Und abends verlangt er seine Erholung und tritt in die Ruhephase ein.

Auch die Ernährung spielt eine grosse Rolle bei Schichtmitarbeiter. Es besteht ein erhöhtes Risiko an Übergewicht zu erkranken. Unregelmässige Zeiten, in der die Nahrung zu sich genommen wird, erhöht den Appetit, es wird mehr gegessen, und der Konsum von Kaffee zu dieser späten Stunde ist nicht optimal. Das Koffein im Kaffee wirkt nicht sofort, sondern verzögert sich und macht nicht wacher, sondern wirkt nur eine kurze Zeit im Ist-Zustand.

Daher, wer im Schichtbetrieb arbeitet, sollte sich bewusst und gesund ernähren. Der Gesundheit zuliebe.

Autor: Raphael

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