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Die wichtigsten Codierungen und versteckten Botschaften im Arbeitszeugnis, die man kennen sollte

Wer sein Arbeitsverhältnis bei der aktuellen Firma beendet hat sicher viele Gründe, die Firma zu verlassen, wie zum Beispiel «Unglücklich im Job zu sein». Wie auch immer, der Arbeitnehmer hat jedenfalls Anspruch auf ein schriftliches, wohlwollend aussagendes Arbeitszeugnis.

Leider bedeuten die sehr positiv wirkenden Sätze dann doch nicht das, was beschrieben wurde, sondern eher das Gegenteil dessen, was gesagt wird. Diese bestimmten Formulierungen werden dann «Codierung» im Arbeitszeugnis genannt, und gibt dem künftigen Arbeitgeber zu verstehen, was eigentlich beurteilt wurde. Der Arbeitnehmer denkt sich oftmals nichts Böses, und versteht die Geheimcodierung als gute Leistungen, die er erbrachte. Es ist schwierig zu erkennen und zu verstehen, was genau in den Formulierungen steht.


Weshalb wird das Arbeitszeugnis codiert?

Warum werden überhaupt in einem Arbeitszeugnis codierte Formulierungen verwendet? Die Codierungsformulierung wird angewendet, um dem zukünftigen Arbeitgeber versteckte, negative Botschaften vom Bewerber mitzuteilen.

Hauptsächlich werden solch codierte Formulierungen häufig von kleinen Betrieben benutzt. Doch es gibt auch Arbeitgeber, die unabsichtlich die Arbeitszeugnisse mit codierten Formulierungen verfassen. Mit Floskeln und Ausdrücken, die sich verheerend auswirken können: Statt Gutes wird viel Schlechtes über den Arbeitnehmer ausgesagt.

Doch sind codierte Arbeitszeugnisse zulässig?

Absolut nicht. Ein Arbeitszeugnis darf nicht abwertend sein, um damit dem Bewerber die Stellesuche zu erschweren. Das Arbeitszeugnis muss sachlich und ehrlich sein, und darf keine Doppelbotschaften beinhalten. Das verstösst gegen das Arbeitsrecht in der Schweiz.

Hier noch ein wichtiger Punkt, wie der Aufbau eines Arbeitszeugnisses aussehen sollte:

Vorsicht ist geboten, wenn folgende Aussagen in den Arbeitszeugnissen auftauchen, die vermeintlich gut klingenden Formulierungen sind nämlich mehr schlecht als recht: «in der Regel», «im Allgemeinen», «grundsätzlich», «war sehr tüchtig», «bemühte sich».

Des Weiteren wenn wesentliche Aspekte fehlen oder zu wenig umfangreich beschrieben und bewertet werden. Auch wenn im Schlussteil das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Arbeitskollegen nicht klar dargestellt wird.

Wir zeigen euch worauf geachtet werden muss, um die Codierungen im Arbeitszeugnis zu erkennen.


Zeugnissprache verstehen und Codes erkennen: Die Leistung wird beurteilt

Nachfolgend eine Auflistung von Zeugniscodierungen von Gut bis Ungenügend. So erkennen wir die positive bis hin zu negativen Aussagen.

Sehr gut – Leistung:

  • stets zu unserer vollsten Zufriedenheit…
  • Arbeitsstil war stets hervorragend und über dem Durchschnitt…
  • hat unsere volle Anerkennung…
  • hat stets alle übertragenen Arbeiten mit viel Fachkenntnis zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt…
  • seine Arbeitsweise war speditiv, qualitativ einwandfrei…

Sehr gut – Verhalten:

  • mit seiner [Verhaltensart] Art und Hilfsbereitschaft wurde er von den Vorgesetzten wie auch den Arbeitskollegen sehr geschätzt…
  • Im Umgang mit Vorgesetzten und Arbeitskollegen war er stets freundlich und korrekt…
  • stets hilfsbereit und vorbildlich…

Gut – Leistung:

  • die ihm übertragene Aufgaben hat er stets zu unserer vollen Zufriedenheit ausgeführt…
  • erledigt die Aufgaben stets selbständig und mit grosser Sorgfalt und Genauigkeit…
  • arbeitete sehr zuverlässig, zielstrebig und effizient. Seine Aufgaben führte er sehr selbständig, eigeninitiativ und engagiert aus…
  • wir waren während der gesamten Beschäftigungszeit mit seiner Leistung voll und ganz zufrieden…

Gut – Verhalten:

  • wir lernten ihn als ehrlichen, freundlichen, exakten, zuverlässigen und korrekten Mitarbeiter kennen…
  • war mit Vorgesetzten, Mitarbeitern und Kunden freundlich und zuvorkommend…
  • wir schätzten seine Einsatzbereitschaft und korrekte Art…
  • wir lernten Herr [Name] als ehrlichen, freundlichen, zuverlässigen und korrekten Mitarbeiter kennen…

Befriedigend – Leistung:

  • stets zu unserer Zufriedenheit…
  • waren mit seiner Leistung stets zufrieden…
  • hat alle ihm übertragene Aufgaben ordnungsgemäss erledigt…
  • hat die anfallenden Aufgaben zu unserer Zufriedenheit ausgeführt…

Befriedigend – Verhalten:

  • Das Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern gab keinen Anlass zur Beanstandung…
  • war sehr kommunikativ…
    (Er war eine Plaudertasche und schwatzte zu viel)
  • hatte ein korrektes Verhalten…
    (Ist eine unfreundliche Person)

Ungenügend – Leistung:

  • hat unseren Erwartungen entsprochen…
  • die Aufgaben wurden im Grossen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit erledigt…
  • hat sich bemüht, die ihm aufgetragene Arbeiten zu unserer Zufriedenheit zu erledigen…
  • bemühte sich, die Arbeiten im Grossen und Ganzen bestens zu erledigen…
  • in der Regel zeigte er Verständnis für seine Arbeit und erledigte diese…
  • zeigte für seine Arbeit Verständnis und Interesse…
  • war mit Interesse bei der Sache…

Ungenügend – Verhalten:

  • war ein umgänglicher und kontaktfreudiger Arbeitskollege…
  • war stets um ein gutes Verhältnis zu Arbeitskollegen und Vorgesetzten bemüht…
  • zeichnete sich durch seine Pünktlichkeit aus…

Es gibt noch weit mehr als nur diese, die wir hier aufgelistet haben. Es zeigt, wie die Codierungen in Arbeitszeugnissen aussehen, und was solche Floskeln und Formulierungen bedeuten.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesem Beitrag aufzeigen konnten, was Codierungen in dem Arbeitszeugnis für den Stellensuchenden bedeuten und für Auswirkungen haben können.

Übrigens hat jeder das Recht, sein Arbeitszeugnis zu prüfen und nachträglich von dem Personalverantwortlichen bearbeiten zu lassen.

Ihr kennt noch weitere Codierungen im Arbeitszeugnis?

Die wir unbedingt in die Liste aufnehmen sollten? Dann schreibt uns einen Kommentar und wir werden mit diesen nach erfolgter Prüfung unseren Artikel ergänzen.

Dieser Beitrag kann jederzeit aktualisiert und mit weiteren Informationen erweitert werden.

Verantwortlich: Raphael

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