Boreout: Nichtstun während der Arbeit. Was tun, wenn die Aufgaben am Arbeitsplatz fehlen?

Im täglichen Arbeitsalltag sind die Arbeitnehmer stets unter Strom und müssen bei den Arbeitsaufgaben, die zu erledigen sind, viel leisten und auf Zack sein. Nicht selten kommt es dazu, dass auch der Stress miteinfliesst, weil vielleicht Zeitdruck herrscht, und oder die Prioritäten werden falsch gesetzt. Und es kommt noch dicker, die Zeit ist knapp berechnet, und schon ist es passiert, der Faktor Stress liegt in der Luft. Wenn der Stress überhandnimmt und nicht abgebaut wird, kann es irgendwann für einen Arbeitnehmer zu viel werden, er ist überfordert und der Zusammenbruch unausweichlich. Burnout und Depressionen entstehen.

Aber nicht nur bei Überforderung kann der Arbeitnehmer krank werden. Auch umgekehrt kann der Fall eintreten, wenn zu wenig Arbeit auf dem Tisch wartet. Der Arbeitnehmer ist unausgefüllt und langweilt sich schlicht zu Tode. Dieser Zustand ist ebenfalls Stress pur und wird oft unterschätzt.

Wenn die Langeweile am Arbeitsplatz zum Problem wird

Am Vortag wurden die Arbeiten alle erledigt. Der Tag fängt gut an, denn auf dem Arbeitstisch liegen keine weiteren Aufträge. Super denkt man. «Jetzt noch einen Kaffee geniessen und warten bis die nächsten neuen Aufgaben hereinflattern. So sollte jeder Tag sein!» Aber was ist, wenn durch den ganzen Tag nichts, aber absolut gar nichts zu tun ist? Man wartet permanent auf dem Wartegleis, hofft, dass neue Aufgaben in Angriff genommen werden können. Damit endlich etwas getan werden kann, damit man gebraucht wird.

Noch schlimmer ist es, wenn diese Situation dauerhaft in den Arbeitsalltag Einzug hält. Nichtstun im Arbeitsleben kann nämlich krank machen.

Der Arbeitnehmer ist mehr als unterfordert und mit seiner Situation völlig unzufrieden. Das ist genauso «schrecklich», wie wenn der Arbeitende stets unter enormen Stress steht. Natürlich, in der umgekehrten Betrachtung scheint es ein echtes «Schokolade-Leben» zu sein, wenn der tägliche Arbeits-Wahnsinn wegfällt. Auf den ersten Blick mag dies für den gestressten Arbeitnehmer wie das Paradies auf Erden zu sein. Doch viele unterschätzen die Unterforderung und geraten irgendwann aus Frust in ein Boreout. Zu den Symptomen beim Boreout gehören beispielsweise Erschöpfungserscheinungen, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen. Der Arbeitnehmer ist unzufrieden und antriebslos.

Dauerhafte Unterforderung kann auch dazu führen, dass der Arbeitnehmer irgendwann eine Sinneskrise bekommt, die nicht selten in eine depressive Verstimmung überschwappt. Sein Selbstwertgefühl sinkt auf den Nullpunkt, und die Betroffenen befinden sich in einer Gefühlslage der Nutzlosigkeit. Sehen den Sinn des Jobs nicht mehr und haben das Verlangen, etwas im Unternehmen zu bewegen. Es sind Mitarbeiter, die bei der Arbeit Erfolge sehen möchten, die Karriereleiter weiter hinaufwollen oder einen höheren Stellenwert im Leben erwarten.

Was sind die Gründe für eine Unterforderung?


Warum ist jemand bei der Arbeit gelangweilt, und was verursacht diese Situation?
Da gibt es verschiedene Gründe. Wir zeigen euch, weshalb und warum das passieren kann, geben hier einige hilfreiche Tipps und zeigen Wege auf, wie ihr von der Langeweile am Arbeitsplatz wegkommt. Und auch wie es weiter geht, wenn man Unglücklich im Job ist.


Ursache und Gründe für eine Unterforderung:

  • Die schlechte Auftragslage in einem Unternehmen. Dies kann beispielsweise bei saisonalen Betrieben dazu führen, dass die zu erledigenden Aufgaben und die damit verbundenen Abläufe manchmal ins Stottern geraten oder komplett ausfallen. Oder es findet eine neue Strukturierung im Betrieb statt, und es gibt weniger Abläufe und Arbeit für eine bedingte Zeit. Es kann aber auch wirtschaftliche Gründe haben, weshalb die Auftragslage schlecht ist.
  • Andauernde Unterforderung bedeutet für den Arbeitnehmer Langeweile. Das macht sich bemerkbar, wenn der Arbeitende die ihm übertragenen Projekte und Aufgaben schon frühzeitig erledigt hat, und neue Aufträge lassen auf sich warten. Der Arbeitnehmer sitzt herum und ist tatenlos, kein Ziel, keine Aufgabe, Stillstand.
  • Es kann aber auch sein, dass Vorgesetzte oder Chefs mitschuldig sind, weil sie bewusst den Mitarbeiter unterfordern, um ihn zu zermürben und zu diskriminieren. Und so wird der Betreffende unweigerlich unglücklich im Job. Dieses Vorgehen wird in der Arbeits- und Organisationsforschung sowie in der Gesundheitspsychologie als «Straining» bezeichnet. Bei dieser Art von Mobbing wird dem Mitarbeiter absichtlich weniger bis keine Arbeit zugeteilt. Seine Frustration soll dadurch deutlich erhöht werden. Bei der Aufgabenverteilung wird er bewusst übergangen. Dieses System hat das Ziel, den Mitarbeiter aus dem Unternehmen zu ekeln. Der Zweck ist, den Angestellten dazu zu führen, dass dieser von sich aus die Kündigung einreicht.

Raus aus der Langeweile am Arbeitsplatz – 4 hilfreiche Tipps:

  • Sucht ein persönliches Gespräch mit dem Chef oder mit dem Vorgesetzten. Nennt die Gründe aus eigener Sicht, warum Sie unausgefüllt und gelangweilt sind, und dass Sie unter dieser Situation leiden. Sucht gemeinsam nach einer Lösung des Problems. Nur so kann dem Zustand «Unglücklich sein im Job» ein Riegel geschoben werden.
  • Mehr Verantwortung verlangen, oder den Vorgesetzten darum bitten, an anderen Projekten und Aufträgen teilnehmen zu können. Wer weiss, vielleicht ergibt sich auch die Möglichkeit, intern im Unternehmen versetzt zu werden. Dadurch könnten für den Angestellten neue Chancen und vielleicht auch andere Tätigkeiten hervorgehen, und dies bedeutet Aufschwung in der Beschaffung von Beschäftigung, das heisst – Raus aus der Langeweile.
  • Den Arbeitsbereich so nutzen, dass das «Nichtstun» keinen Platz hat. Neue Aufgaben sortieren und nach Dringlichkeitsgrad erledigen. Konzepte und die Auftragslage in den Meetings optimieren, und anstehende Projekte schon vorher planen. Strukturiert eure Arbeitsplätze neu, damit die Arbeit nicht ausgehen kann.
  • Und ja, manchmal kann es sein, dass alles nichts hilft und selbst unsere Tipps zu keiner Lösung führen. Dann ist es womöglich doch an der Zeit einen Stellenwechsel vorzunehmen. Macht euch Gedanken welche neuen Aufgaben und Tätigkeiten euch gefallen, und befasst euch intensiv mit dem Gedanken des Jobwechsels. Und geht der Ursache auf den Grund, was euch in diese Sackgasse im aktuellen Betrieb geführt hat. Damit der neue Weg tatsächlich in die richtige Richtung geht. Sind Sie bereits von gesundheitlichen Problemen betroffen ist es wichtig, Entscheidungen rückblickend auf die Ursachen zu fällen, die dazu geführt haben, dass es zu dieser Situation kam. Ihre Erfahrungen nutzen, optimieren und besser umsetzen, damit diese Situation garantiert nicht wieder eintrifft. Weg aus der Sackgasse, hin zum Ziel «Glücklich im Job».

Sind Sie bereits von Boreout betroffen, nutzen Sie professionelle Hilfe. Unterbinden Sie erste negative Anzeichen, damit solche Situationen gar nicht erst entstehen können. Bleibt am Ball und lasst euch nicht unterkriegen. Fordert mehr Aufgaben oder sucht das offene Gespräch mit dem Vorgesetzten, dass ihr mit der Situation nicht glücklich seid und mit der Unterforderung nicht klarkommt.

Wir von Jobsbieter.ch erhoffen für alle in dieser Situation gute Ansatzlösungen und wünschen auf eurem beruflichen Weg viel Erfolg.

Verantwortlich: Raphael

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